Einkommensteuer | Verlustabzug bei Ferienhäusern (FG)

Verluste aus der Vermietung eines Ferienhauses können selbst dann steuermindernd berücksichtigt werden, wenn kein Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten zu erwarten ist. Dies gilt selbst in Fällen, in denen sich der Eigentümer eine Eigennutzung zunächst vorbehalten hat und diese erst nachträglich ausgeschlossen wird (FG Köln, Urteil v. 17.12.2015 - 10 K 2322/13; Revision zugelassen).

Hintergrund: Nach § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 EStG ist bei einer auf Dauer angelegten Vermietungstätigkeit grundsätzlich und typisierend von der Absicht des Steuerpflichtigen auszugehen, einen Einnahmeüberschuss zu erwirtschaften.

Sachverhalt: Das Verfahren befindet sich im 2. Rechtsgang. Die Kläger hatten im Jahr 1999 ein Ferienhaus gekauft und hierfür einen Gästevermittlungsvertrag über 10 Jahre abgeschlossen. Der Vertrag sah die Selbstnutzung durch die Kläger für maximal 4 Wochen im Jahr vor. Die Selbstnutzungsmöglichkeit wurde 2000 ausgeschlossen und aus dem ursprünglichen Vertrag aus 1999 gestrichen. Im Übrigen lagen die tatsächlichen Vermietungstage im Rahmen des Ortsüblichen. Das Finanzamt versagte den Verlustabzug, da innerhalb des 30-jährigen Prognosezeitraums mit keinem Überschuss der Mieteinnahmen über die Werbungskosten zu rechnen sei. Die hiergegen gerichtete Klage hatte im ersten Rechtsgang überwiegend Erfolg. Auf die Revision des FA hob der BFH die Entscheidung mit Urteil v. 16.4.2013 - IX R 26/11 auf und wies die Sache zur Vornahme der Überschussprognose nach den Grundsätzen des BFH-Urteils v. 6.11.2001 - IX R 97/00 an das FG Köln zurück.

Die Richter des FG Köln gaben der Klage statt:

Quelle: FG Köln online